Eine Million Bäume für Baden-Württemberg

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Gemeindetag startet landesweite kommunale Klimaschutzaktion „1.000 Bäume für 1.000 Kommunen“ in Bad Mergentheim

Klimaschutz ist eines der zentralen Themen, das Politik und Gesellschaftbewegt. Während auf der Bundes- und Landesebene seit Monaten über Klimaschutzmaßnahmen, neue Gesetze oder Verbote diskutiert wird, setzt der Gemeindetag Baden-Württemberg für seine Städte und Gemeinden bereits das nächste Klimaschutzprojekt um.

Bei der zweitägigen Landesvorstandssitzung inBad Mergentheim startet der Verband die Aktion „1.000 Bäume für 1.000Kommunen“.
Ziel ist, 2019 und 2020 landesweit in tausend Städten undGemeinden jeweils tausend neue Bäume zu pflanzen.

Franz-Reinhard Habbel, Habbel UG

Gemeindetagspräsident Roger Kehle fasst die Motivation kurz zusammen: „Kommunen reden nicht nur, sie packen an!“ In Bad Mergentheim überreichte er den Vorsitzenden der Kreisverbände des Gemeindetags symbolisch einen Baumsetzling, der im jeweiligen Kreisverband gepflanzt werden soll. Der Oberbürgermeister von Bad Mergentheim, Udo Glatthaar, pflanzte als Gastgeber der Landesvorstandssitzung des Gemeindetags zusammen mit Gemeindetagspräsident Kehle und Kurdirektorin Katrin Löbbecke den ersten Baum direkt im Kurgarten ein.

„Klimaschutz spielt in unseren Städten und Gemeinden nicht erst seit den ‚fridays for future“-Demonstrationen eine wichtige Rolle. Die Frage, wie man vor Ort gemeinsam klima- und ressourcenschonend leben kann, gehört ganz selbstverständlich zur Aufgabenpalette der Kommunalpolitik“, so Kehle. Der Gemeindetag Baden-Württemberg hat die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes bereits in den 1980er Jahren erkannt. Er war der erste kommunale Landesverband, der bereits damals einen Umweltschutzkongress veranstaltet hat.

Inzwischen sind Arten- und Klimaschutzmaßnahmen gelebte Praxis in den baden-württembergischen Städten und Gemeinden. Die Maßnahmen reichen von Blühstreifen an Straßen, Öko-Strom und Photovoltaikanlagen in öffentlichen Gebäuden über E-Mobilität bei Dienstfahrzeugen, Verpachtung von Flächen für Windkraftanlagen bis hin zu kommunalen Nahwärmenetzen, dezentralen Blockheizkraftwerken oder der Phosphor-Rückgewinnung in kommunalen Kläranlagen. „Der Kommunale Klimaschutz ist so vielfältig wie das kommunale Leben selbst und das Schöne ist, dass kommunaler Klimaschutz bereits seit vielen Jahren auf freiwilliger Basis hervorragend funktioniert“, fasst Roger Kehle die Klimaaktivitäten der Kommunen zusammen.

Eine Million neue Bäume in einem Jahr

Sorge bereitet dem Land und auch den Städten und Gemeinden aktuell vor allem der Wald. Die lange Trockenheit der zurückliegenden Sommer und der daraus resultierende Schädlingsbefall bedrohen zwischenzeitlich sämtliche Hauptbaumarten unserer heimischen Waldbestände. Die Kommunen als größte Waldbesitzer begrüßen deshalb, dass man sich inBaden-Württemberg auf einen Notfallplan für den Wald geeinigt hat. Da der Wald als Speicher für das schädliche Treibhausgas CO2 eine zentrale Rolle für das Klima spielt, ist es den Kommunen ein großes Anliegen, ihn zu schützen und die Baumbestände sogar noch zu erweitern.

„Wald und Klimaschutz sind eng miteinander verbunden. Der Gemeindetag hat deshalb seinem Landesvorstand vorgeschlagen, eine Aktion zu starten, bei der die Städte undGemeinden im Laufe von einem Jahr je 1.000 Bäume pflanzen. Wenn uns das in fast allen unseren Mitgliedsstädten und Gemeinden gelingt, haben wir rund eine Million neue Bäume im Land. Das entspricht ca. 330 Hektar Wald“, erklärte Gemeindetagspräsident Kehle. Da ein Hektar Wald rund 13 Tonnen CO2 speichert, würde es durch die geplante Aktion gelingen, rund 4.300 Tonnen CO2 pro Jahr zu binden – und das jährlich. Damit schaffen die Städte und Gemeinden einen weiteren spürbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Seine Mitgliedsstädte und -gemeinden wird der Gemeindetag nach der Kick-off-Veranstaltung in Bad Mergentheim detailliert darüber informieren, wie sie bei der Aktion „1.000 Bäume für 1.000 Kommunen“ mitmachen können. „Wir werden regelmäßig auf unserer Website und in den Sozialen Medien über den Fortschritt im ganzen Land berichten. Eine erste Zwischenbilanz zur Pflanzaktion wollen wir am „Tag des Baumes“, am 25. April 2020 ziehen.“

Kommunale Klima-Datenbank

Über die landesweite Baumpflanzaktion hinaus plant der Gemeindetag weitere Aktivitäten, um seine Mitgliedskommunen beim Klimaschutz zu unterstützen. „Wir haben vor, eine Kommunale Klima-Datenbank aufzubauen, um die vielfältigen Klimaschutzaktivitäten der Städte undGemeinden in Baden-Württemberg sichtbar zu machen“, kündigte der Gemeindetagspräsident an. Dafür ist eine flächendeckende Umfrage bei allen Mitgliedern des Gemeindetags geplant.

Klimawochen und „Klimadialog vor Ort“

Die Tochtergesellschaft des Gemeindetags, die Gt-service, wird außerdem die Städte und Gemeinden bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungswochen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit unterstützen. Diese Klimawochen können flankiert werden von einer Kick-Off-Veranstaltung „Klimadialog vor Ort“. Ziel dieser lokalen Klimaschutzwochen ist, die Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren, was die eigene Kommunen bereits für den Klimaschutz tut und welche Möglichkeiten Kommunen und jeder Einzelne haben, um sich noch besser für das Klima einzubringen. „Wir möchten, dass die Bürger, die Verwaltung, die Kommunalpolitik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen gemeinsam darüber diskutieren, wie man vor Ort ganz konkret den Klimaschutz planen kann. Denn wir schaffen eine wirksame CO2-Reduzierung nur dann, wenn alle ihren Beitrag leisten“, so Gemeindetagspräsident Kehle.

Regelmäßige Informationen rund um die Aktion „1.000 Bäume für 1.000 Kommunen“ und alle weiteren Klimaschutzaktivitäten des Gemeindetags finden Sie zukünftig auch in den sozialen Medien unter den Hashtags

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